Eurythenes Plasticus

Eurythenes Plasticus

Einreicher: BBDO Group Germany GmbH
Kunde: WWF Deutschland

Eurythenes Plasticus

Jurybegründung

Eine große Idee, die mit langem Atem umgesetzt wurde: Ein Tier in 1,5 Jahren als eine neue „Gattung“ in das taxonomische System zu integrieren, das ist genialer Content aus dem eine starke Kampagne wird. Die PR-Kampagne mit dem Aufruf zur Petition rundet die Kampagne ab. Herausragend ist die überzeugende Stringenz und Ernsthaftigkeit, die mit großem Medienecho und Engagement auf Social Media belohnt wurde.

Die Aufgabe

Das Plastikproblem in den Ozeanen geht viel tiefer als wir denken. Es ist mittlerweile so schlimm, dass neue Tiefseearten gefunden werden, die bereits mit Plastik kontaminiert sind. Als drittgrößter Exporteur von Plastikmüll weltweit trägt Deutschland erheblich zu dieser Entwicklung bei. Doch das Problem ist altbekannt und droht, in Vergessenheit zu geraten. Wir suchten daher einen neuen kommunikativen Ansatz, um die Aufmerksamkeit wieder auf das Problem zu lenken und so viele Menschen wie möglich dazu zu bringen, sich dagegen zu engagieren – sei es mit Worten oder Taten.

Die Idee

Wer eine neue Art entdeckt, darf ihr einen Namen geben. Um ein Zeichen gegen Plastikmüll in den Meeren zu setzen, haben wir eine neue Tiefseespezies nach dem Plastik benannt, das in ihrem Körper gefunden wurde: Eurythenes plasticus. Dabei musste die neue Spezies nicht nur gefunden, sondern auch auf Kontamination mit Plastik untersucht und benannt werden.

Nach einer mehr als anderthalbjährigen Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Newcastle starteten wir am 5. März 2020 mit der Veröffentlichung des wissenschaftlichen Manuskripts und dem offiziellen Eintrag von Eurythenes plasticus ins taxonomische Register eine Multi-Channel-Kampagne.

Paid Social Assets, OOH, Digital OOH sowie ein Kinospot und Kooperationen mit Museen, die die neue Art in ihre Ausstellung aufnahmen, aktivierten die Menschen, eine Petition des WWF für ein rechtsverbindliches UN-Abkommen zur Beendigung der Plastikflut in unseren Ozeanen zu unterzeichnen.

Das Ergebnis

Innerhalb weniger Stunden nach der Veröffentlichung entspann sich in über 40 Ländern rund um den Globus eine Diskussion über das Ausmaß des Plastikmüllproblems – und das ohne jegliches Media-Spending.

Insgesamt wurden 93 Länder erreicht. In Social Media wurden dabei eine potenzielle Reichweite von 1,4 Milliarden und ein äquivalenter Mediawert von 12 Millionen Euro erzielt. Darüber hinaus konnten wir ein 30-mal höheres Brand Attribute Rating erzielen. In den teilnehmenden Museen kamen bisher über 410.000 Ausstellungsbesucher mit Eurythenes plasticus in Berührung. All diese Maßnahmen führten bisher zu über 120.000 Petitionsunterzeichnungen – und es werden täglich mehr.

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